Kurz erklärt:
- Pferde brauchen Bewegungsfreiheit für Sicherheit.
- Kämpfe nicht gegen die Instinkte deines Pferdes an.
- Vertraue darauf, dass sich dein Pferd entspannen kann.
Dein Pferd will nicht gehorchen und macht manchmal sein eigenes Ding? Kein Grund zur Panik – du bist nicht allein! Der Schlüssel zu einer besseren Zusammenarbeit liegt darin, die natürlichen Instinkte deines Pferdes zu verstehen und zu nutzen.
Pferde sind keine Widersacher, sondern Fluchttiere
Stell dir vor, du sitzt auf deinem Pferd und es galoppiert los, als gäbe es kein Morgen. Du ziehst an den Zügeln und denkst dir: „Warum hört es nicht auf mich?“ Das ist ein typisches Szenario, bei dem das Pferd einfach seinen Instinkten folgt. Pferde sind Fluchttiere, das bedeutet, dass sie in unsicheren Situationen weglaufen, um sich zu schützen. Wenn sie das Gefühl haben, dass ihre Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist, können sie nervös werden oder sogar in Panik geraten.
Bewegungsfreiheit gibt Sicherheit
Pferde fühlen sich sicherer, wenn sie sich frei bewegen können. Wenn du versuchst, dein Pferd mit straffen Zügeln unter Kontrolle zu halten, könnte es dich als Bedrohung wahrnehmen. Das heißt nicht, dass du dein Pferd einfach machen lassen sollst, was es will, aber es ist wichtig, ihm das Gefühl zu geben, dass es genug Platz hat, um sich sicher zu fühlen.
Wenn dein Pferd dazu neigt, unruhig zu werden oder sich der Kontrolle zu entziehen, dann probiere es mal anders: Gib ihm mehr Raum. Anstatt die Zügel straff zu halten, lass sie etwas lockerer und bewege dich mit dem Pferd mit. Das zeigt deinem Pferd, dass es nicht gegen dich ankämpfen muss, weil du ihm nicht im Weg stehst. Es wird nach und nach erkennen, dass du ihm vertraust und es sich entspannen kann.
Die natürlichen Instinkte deines Pferdes nutzen
Machtkämpfe zwischen Mensch und Pferd entstehen oft, weil wir die Instinkte unserer Vierbeiner nicht berücksichtigen. Pferde sind darauf programmiert, in unsicheren Situationen zu flüchten, nicht zu kämpfen. Dein Job ist es, deinem Pferd klarzumachen, dass es bei dir sicher ist. Das erreichst du, indem du seine natürlichen Bewegungsbedürfnisse respektierst.
- Gib deinem Pferd Raum: Wenn es unruhig wird, versuche es nicht sofort zu bremsen. Lass es sich bewegen und beruhige es mit deiner Stimme oder durch sanfte Bewegungen.
- Lerne, dein Pferd zu lesen: Achte auf die Körpersprache deines Pferdes. Wenn es die Ohren anlegt oder nervös mit dem Kopf wackelt, ist das ein Zeichen, dass es sich nicht wohlfühlt.
- Vermeide harte Korrekturen: Strafen oder starkes Ziehen an den Zügeln können dein Pferd verunsichern und die Situation verschlimmern.
Wie du Machtkämpfe vermeiden kannst
Wenn du spürst, dass ein «Kampf» zwischen dir und deinem Pferd entsteht, halte kurz inne und denke nach. Oft kannst du den Konflikt vermeiden, indem du dir bewusst machst, warum dein Pferd so reagiert. Vielleicht fühlt es sich eingeengt oder hat einfach einen schlechten Tag. Ja, auch Pferde haben manchmal schlechte Tage!
- Geh mit dem Pferd statt gegen es: Wenn du das Gefühl hast, dass dein Pferd losrennen will, lass es für einen Moment zu. Laufe ein Stück mit ihm und bring es dann sanft wieder zur Ruhe.
- Gib deinem Pferd Selbstbewusstsein: Wenn es merkt, dass du ihm vertraust, wird es dir auch mehr vertrauen. Nimm dir Zeit für gemeinsame Übungen, die ihm Spaß machen und bei denen es lernt, dir zu vertrauen.
- Schaffe eine positive Verbindung: Arbeite mit Belohnungen statt Bestrafungen. Ein Leckerli oder eine Streicheleinheit können Wunder wirken, wenn dein Pferd etwas richtig macht.
Vertrauen statt Machtkämpfe
Am Ende des Tages sind Pferde nicht darauf aus, uns das Leben schwer zu machen. Sie folgen einfach ihrem Instinkt. Wenn du lernst, diesen Instinkt zu verstehen und in deine Arbeit mit dem Pferd einzubinden, wirst du merken, dass es weniger Machtkämpfe und mehr Harmonie gibt. Gib deinem Pferd die Freiheit, die es braucht, und zeige ihm, dass es bei dir sicher ist – dann wirst du dich schon bald über eine viel engere Beziehung freuen können.



























