Kurz erklärt:
- Hunde bellen aus verschiedenen Gründen.
- Körpersprache hilft, die Art des Bellens zu deuten.
- Training und Geduld helfen, unerwünschtes Bellen zu mindern.
Hunde bellen nicht einfach nur aus Spaß oder weil sie „Hunde sind“ – auch wenn es oft so aussieht. Bellen ist eine ganz wichtige Sprache für sie, und sie haben viele verschiedene „Worte“, die wir verstehen können. Hier erkläre ich dir, wie du die unterschiedlichen Arten von Bellen deuten und wie du deinem Hund das übermäßige Bellen abgewöhnen kannst.
Was will mir mein Hund mit seinem Bellen sagen?
Nicht jeder Hund bellt gleich viel, und es hängt oft von der Rasse ab. Schäferhunde und Hütehunde haben die Aufgabe, wachsam zu sein, und bellen oft mehr als ruhige Typen wie Golden Retriever oder Labradore. Aber keine Sorge: Auch wenn dein Hund wie ein kleiner „Wachmann“ die Gegend bellt, kannst du das gezielt in den Griff bekommen.
Die verschiedenen Arten des Bellens
- Aufgeregtes Bellen
„Oh, du bist wieder da!“ oder „Juhu, es geht spazieren!“ – so hört sich das aufgeregte Bellen an. Dein Hund ist dann in absoluter Partylaune, springt um dich herum und die Tonlage ist meist hell und kurz. Wenn Max zum Beispiel nur die Leine sieht, dreht er schon richtig auf und fängt an zu bellen. Diese Freude kann einfach nicht still bleiben.
Tipp:
Freu dich einfach mit ihm! Wenn es aber zu viel wird, kannst du ihn beruhigen, indem du ihn kurz setzt und ihm ein kleines Kommando gibst. Wenn er ruhig ist, gibt’s die Belohnung. - Spielen und Spaß haben
Beim Spielen bellt dein Hund oft wie ein kleines Kind. Er will dich oder den anderen Hund zum Mitmachen animieren. Oft sind es mehrere kurze, helle Töne, manchmal auch mit einem spielerischen Knurren.
Tipp:
Wenn das Bellen beim Spielen stört, achte darauf, dass du bestimmst, wann das Spiel vorbei ist. So lernt er, dass du „das letzte Wort“ hast. - Warn- oder Verteidigungsbellen
Wenn ein Hund eine Bedrohung spürt, bellt er tiefer und langsamer. Sein Körper ist angespannt, die Ohren nach vorne gerichtet, und er fixiert die vermeintliche Bedrohung genau. Er könnte sich sogar in Richtung der Gefahr bewegen. Dies ist ein Zeichen dafür, dass dein Hund dich schützen möchte oder sein Revier verteidigt.
Bellen als Warnsignal – wann ist es zu viel?
- Verteidigungsbellen
Manchmal steht dein Hund ernst und konzentriert da, bellt tief und fest. Da heißt es: „Vorsicht! Hier ist mein Zuhause!“ Dieses Bellen dient dazu, dich oder ihn vor einem Fremden oder einer anderen Bedrohung zu schützen. Es ist eher lang, tief und klingt fast wie ein Knurren.
Tipp:
Lobe ihn kurz für sein gutes Wachverhalten, aber bring ihm dann bei, sich zu beruhigen, wenn die „Gefahr“ vorbei ist. Ein klares „Schluss“ kann helfen. - Bellen aus Angst
Hat dein Hund Angst, bellt er oft hell und schreckhaft. Manchmal läuft er sogar rückwärts oder macht sich klein. Ich habe erlebt, dass mein Hund bei Feuerwerk so reagiert: ein Bellen, das fast weh tut, weil man die Panik förmlich hört.
Tipp:
Lobe ihn kurz für sein gutes Wachverhalten, aber bring ihm dann bei, sich zu beruhigen, wenn die „Gefahr“ vorbei ist. Ein klares „Schluss“ kann helfen.
„Ich brauche dich!“ – Bellen aus Frustration und Langeweile
- Das „Mir ist langweilig“-Bellen
Wenn dein Hund alleine zu Hause ist, kann es vorkommen, dass er bellt, um zu sagen: „Hallo? Ist hier jemand?“. Hunde, die sich langweilen, bellen oft hartnäckig und fast monoton. Das liegt daran, dass ihnen Beschäftigung fehlt.
Tipp:
Gib ihm ein spannendes Spielzeug, das ihn beschäftigt. So hat er etwas zu tun, während du weg bist. Auch kleine Pausen mit Streicheleinheiten und Spielen helfen, das Bedürfnis nach Beschäftigung zu stillen. - Aufmerksamkeit und „Streichel mich“-Bellen
Dieses Bellen kennst du sicher gut. Dein Hund steht vor dir, bellt 3–4 Mal, macht eine Pause und schaut dich an. Er möchte dir sagen: „Hallo, was ist mit mir?“. Oft bellt er so, weil er gelernt hat, dass es funktioniert.
Tipp:
Ignoriere dieses Bellen am besten. Wenn er merkt, dass er keine Belohnung bekommt, lässt er es von selbst sein. Achte aber darauf, dass er genug Beschäftigung und Zuneigung bekommt, dann kommt das Bedürfnis weniger oft auf
Was tun, wenn das Bellen zum Problem wird?
Hunde bellen – das gehört zu ihnen. Aber wenn das Bellen zur Last wird, hilft es, einfache Regeln zu befolgen:
- Bellen wegen Aufregung
Ignoriere übermäßiges Bellen und belohne ruhiges Verhalten. Wenn du nach Hause kommst, begrüße ihn erst, wenn er ruhig ist. - Türklingel und Besuch
Wenn er wegen der Türklingel bellt, bring ihm bei, an einem bestimmten Platz zu bleiben, bis du ihm erlaubst, den Gast zu begrüßen. - Angst- und Stressbellen
Finde die Ursache der Angst. Mit professioneller Hilfe oder beruhigenden Mitteln kannst du deinem Hund helfen, sicherer zu werden.
Training und Geduld zahlen sich aus!
Manche Hunde brauchen etwas mehr Geduld, um das richtige Verhalten zu lernen. Aber durch Training, Lob und eine feste Routine kannst du deinem Hund dabei helfen, ruhiger zu werden. Übermäßiges Bellen ist oft eine Gewohnheit, die sich schleicht, aber mit der richtigen Herangehensweise wieder abgewöhnt werden kann.


























